PRAVNI ZAPISI • Year I • no. 1 • pp. 7–37

FRIEDRICH KARL VON SAVIGNY (1779-1861): LEBEN UND WERK EINES GROSSEN DEUTSCHEN JURISTEN

Language: German

Professor Dr. Dr. Dr. h.c.mult. Michael Martinek
Universitat des Saarlandes, Saarbrucken, Deutschland 

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Pravni zapisi, no. 1/2010, pp. 7-37

Original Scientific Article

DOI: 10.5937/pravzap1001007M

ABSTRACT
Friedrich Karl von Savigny – einer der großen deutschen Juristen und Wissenschaftstheoretiker

Als Autor bedeutender Werke rechtswissen- schaftlicher Literatur, als Gelehrter und Lehrender ging er in die Anna- len der deutschen Wissenschaftsgeschichte ein. Rund 50 Jahre lang war es ihm vergönnt, wissenschaftlich tätig zu sein – eine Zeitspanne, während der sich seine Anschauungen zum Teil wandelten, auch wenn ihn viele seiner zentralen Thesen sein ganzes Leben lang begleitet haben.1 Die Mei- nungen über Savigny waren stets geteilt, insbesondere zu seiner Zeit. Seine Schüler bewunderten Savignys selbstsicheres Auftreten, die Klarheit seiner Sprache und seine enorme Bildung. Seine Kritiker indes sahen in ihm den erzkonservativen Juristen, der dem Hofe diente und vor allem aufgrund seiner Eitelkeit auffiel.

Im Folgenden soll ein Überblick über das Leben und Wirken Savignys gegeben werden. Sein persönlicher und professioneller Werdegang wer- den ebenso beleuchtet wie sein Einfluss auf die Entwicklung der Rechts- wissenschaft in Deutschland – noch heute wirkt sein Schaffen in vielerlei Hinsicht fort. Weiterhin werden die wichtigsten Werke Savignys nochmals dargestellt. Schließlich soll auch erwähnt werden, inwieweit am Gedan- kengut Savignys seit seinem Aufkeimen Kritik geübt wurde. Im Anschluss werden die Einflüsse Savignys auf das deutsche BGB im Allgemeinen und anhand ausgewählter Rechtsinstitute im Besonderen beleuchtet.